Hochdeutsch 1:1 Übersetzung
Mannequin Mayhem - Physics Ragdoll Shooter
„Mannequin Mayhem - Physics Ragdoll Shooter“ klingt eindeutig krasser, als es am End dann eigentlich is. Passender wär „Mannequin Maybe - ich verhau glei mei Monitor“ würd sich awer net so geil vermarkte losse… Obwohl’s die Wahrheit wär.
1.5
Mannequin Mayhem – Physics Ragdoll Shooter
Was ist Mannequin Mayhem – Physics Ragdoll Shooter?
Der Entwickler Geekon versucht mit Mannequin Mayhem – Physics Ragdoll Shooter einen kleinen Action Shooter an den Start zu bringen, was ehrlich gesagt auf dem Papier ganz gut klingt. Doch kann der Early Access auf PC sowie die Version für 2,99 Euro auf der Switch 2 im Moment in keiner Weise überzeugen und lässt Zweifel aufkommen, ob es im Full Release überhaupt ansatzweise besser wird.
Was macht man im Spiel?
Die Idee hinter Mannequin Mayhem ist im Grunde ziemlich genial. Weg von Zombie Apokalypse und invasiven Aliens, dafür rein in einen Horden Modus mit Puppen, bei denen wir uns unseren Ängsten stellen oder sie sogar verschlimmern können.


Als Dummy stellen wir unsere Existenz in Frage und wollen diesen Kreislauf aus Crashtest Dummy und möglichen Schaufensterpüppchen durchbrechen. Allerdings sind alle anderen Puppen da komplett anderer Meinung und setzen alles daran, unsere Flucht zu vereiteln.
Mit dieser kleinen Story im Hinterkopf starten wir in Mannequin Mayhem direkt ins Geschehen und prügeln uns durch simple Umgebungen mit den ersten Dummies, die unser Vorhaben zwar schwerfällig, aber stets bemüht aufhalten wollen. Mit jeder Runde steigt die Anzahl der Gegner, gleichzeitig verändern sich Farben und Widerstandskraft. Während rote Gegner noch schnell umfallen, brauchen blaue schon deutlich mehr Treffer.
Um Munition oder Heilung müssen wir uns aktuell kaum Gedanken machen. Kisten liefern konstant Nachschub, der nach kurzem Cooldown wieder verfügbar ist. Sollte es dennoch eng werden, hilft ein überraschend schnelles Movement, mit dem wir uns aus brenzligen Situationen retten können. Im direkten Nahkampf hingegen wirkt alles deutlich träger und weniger überzeugend.
Auch wenn die Struktur simpel bleibt, gibt es verschiedene Aufgaben, die parallel zum Horden Modus ablaufen und für etwas Abwechslung sorgen sollen.




Wie läuft es technisch?
Wer sich anhand vom Titel Mannequin Mayhem – Physics Ragdoll Shooter, Bildern oder Beschreibung mehr erhofft hat, wird hier schnell ausgebremst. Grafik und Atmosphäre wirken schlicht, aber das ist längst nicht das größte Problem.
Während das Movement beim Laufen noch positiv auffällt, fällt der Rest deutlich ab. Gegner sollen chaotisch wirken, verhalten sich aber eher schwerfällig. Trefferfeedback, egal ob wir Schaden austeilen oder einstecken, fühlt sich leer an und vermittelt kaum ein Gefühl von Fortschritt.
Auch die Missionsstruktur sorgt eher für Verwirrung als für Motivation. In der ersten Quest kämpfen wir gefühlt ewig weiter und fragen uns irgendwann, wann es eigentlich weitergeht. Zwar wird gezeigt, was das nächste Ziel ist, aber nicht, wo wir hinmüssen. In späteren Missionen existieren dann plötzlich Questmarker, allerdings nicht zuverlässig. Oder anders gesagt: Das Spiel weiß manchmal selbst nicht so ganz, was es von uns will und wir stehen daneben und denken uns „Same.“
Insgesamt wirkt das Spiel mehr als ein unfertiger Prototyp und braucht noch eine Menge Arbeit, um sich halbwegs rund anzufühlen. Es fehlt an Feinschliff beim Feedback, an echtem Chaos bei den Gegnern und vor allem an dem angekündigten Humor, der hier praktisch nicht vorhanden ist.




Wie fühlt es sich an?
Das Spielgefühl schwankt stark zwischen guter Idee und enttäuschender Umsetzung. Die Grundidee bringt einen gewissen Reiz mit sich und gerade die Ragdoll Physik sorgt gelegentlich für kurze Momente, in denen man schmunzeln muss.
Diese Momente halten jedoch nie lange an. Atmosphäre kommt kaum auf, da weder Sound noch Präsentation wirklich tragen. Viele Aktionen fühlen sich gleich an und verlieren schnell ihren Reiz, weil es an spürbarer Wirkung fehlt.
Dadurch entsteht ein Gefühl, das eher frustriert als motiviert. Man merkt, was hier hätte funktionieren können, wird aber immer wieder aus dem Flow gerissen. Und genau das sorgt dafür, dass aus einer eigentlich spaßigen Idee schnell ein zäher Grind wird.
Was ist geil und was nervt?
Geil ist vor allem die Grundidee. Ein Horden Modus mit Puppen, kombiniert mit Ragdoll Physik, hat definitiv Potenzial und hebt sich zumindest thematisch von der üblichen Masse ab. Auch das schnelle Movement kann in stressigen Situationen überzeugen und bringt kurzfristig Dynamik ins Spiel.
Was nervt, ist die Umsetzung auf nahezu allen Ebenen. Trefferfeedback fehlt, Gegner wirken träge und die Missionsstruktur sorgt eher für Verwirrung als für Motivation. Dazu kommt, dass sich das Spiel insgesamt unfertig anfühlt und wichtige Elemente wie Humor komplett untergehen.
Stärken:
- kreative Grundidee mit Ragdoll Ansatz
- schnelles Movement sorgt für kurze Dynamik
- einfacher Einstieg ohne große Hürden
Schwächen:
- schwaches Trefferfeedback bei Kampf und Waffen
- chaotische Gegner wirken eher träge
- unklare Missionsführung ohne konsequente Marker
Für wen ist das Spiel geeignet?
Mannequin Mayhem ist aktuell höchstens etwas für Spieler, die gezielt nach unfertigen Early Access Titeln suchen und Spaß daran haben, solche Projekte wachsen zu sehen.
Wer ein rundes, befriedigendes Shooter Erlebnis erwartet, wird hier ziemlich schnell die Lust verlieren. Dafür fehlt es einfach an zu vielen grundlegenden Dingen.
Unterm Strich bleibt ein Spiel, das eine gute Idee hat, diese aber aktuell nicht ansatzweise ausspielen kann. Ob sich das im weiteren Verlauf noch ändert, bleibt abzuwarten.
Weitere Reviews und Eindrücke zu ähnlichen Titeln warten bereits an anderer Stelle.