007 First Light – Review Hochdeutsch
007 First Light
Kinoreife Action, Gadgets der Superlative unn en Charme zum Dahinschmelze. Schade nur, dass 007 First Light gelegentlich ZU VIEL Wert uff Geheimhaltung legt, dass sich Missionsziele besser verstoppe als mir unn selbst die Kamera net meh weiß, vun wo mir grad die Kauleiste neu renoviert bekomme.
Die Geburt einer Doppelnull
007 First Light ist ein Action Adventure aus dem Hauptquartier von IO Interactive, das vermutlich eher durch die Hitman Reihe bekannt sein dürfte. Gespielt wird auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Statt den bereits bekannten, erfahrenen und Martini schlürfenden Geheimagenten zu spielen, erleben wir hier die Anfänge von James Bond und begleiten ihn auf seinem Weg vom talentierten Rekruten bis zum späteren Doppelnull Agenten. Wer also schon immer wissen wollte, wie Bond überhaupt zu Bond wurde, bekommt hier die passende Origin Story serviert.
Zwischen Schleichen, Schlägereien und Psychospielchen
In 007 First Light erleben wir die ersten Schritte des jungen James Bond noch vor seiner Zeit als berühmter Doppelnull Agent und begleiten ihn durch seine Ausbildung, erste holprige Missionen, heftige Plot Twists und geheime Einsätze, von denen selbst die Chefetage nichts weiß.
Zeitlich spielt 007 First Light quasi im aktuellen Zeitalter. Alles wirkt modern, zeitnah und orientiert sich stark an dem, was wir auch aus dem echten Leben kennen.
Spielerisch wechseln sich Erkundung, Schleichen, Gespräche, Infiltration, Kämpfe und der Einsatz verschiedenster Gadgets ständig miteinander ab und greifen dennoch angenehm ineinander. Mal schleicht man sich unbemerkt durch eine Anlage, mal manipuliert man ein Sicherheitssystem und manchmal läuft der Plan ungefähr drei Sekunden lang gut, bevor plötzlich alles explodiert und man sich den Weg nach draußen improvisieren muss.
Besonders angenehm ist dabei, dass viele Missionen unterschiedliche Herangehensweisen zulassen. Wer den klassischen Geheimagenten spielen möchte, kann sich meist leise und unauffällig durch die Gegend bewegen. Kleinere Notlügen und Psychospiele bei unerwarteten Konfrontationen erleichtern dabei das Abtauchen.
Wer dagegen eher nach dem Motto „Probleme löst man mit noch mehr Problemen“ arbeitet, darf häufig auch deutlich direkter vorgehen, sich prügeln oder einfach den Weg freischießen. Doch so schnell Situationen eskalieren können, so schnell beruhigen sie sich auch wieder. Viel hängt davon ab, wie wir uns durch die Gebiete bewegen und mit unserer Umgebung von 007 First Light interagieren.



Die Kamera auf geheimer Mission
Es läuft sauber ohne Ruckler und größere technische Probleme. Abstürze oder schwerwiegende Bugs sind während meines Tests nicht aufgefallen.
Die Steuerung in 007 First Light wirkt zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, geht aber nach kurzer Zeit angenehm in Fleisch und Blut über. Wesentlich auffälliger bleibt dagegen die Kamera. Gerade während einiger Kämpfe verliert man gelegentlich den Überblick, weil sie sich gerne an Wänden, Ecken oder anderen Hindernissen festklammert und der eigentliche Kampf plötzlich gefühlt außerhalb des Bildschirms stattfindet.
Dazu kommt, dass manche Missionsziele oder einzelne Etappen etwas zu gut versteckt wurden. Natürlich soll ein Geheimagent Informationen suchen, aber manchmal sucht man eher die Mission, als dass die Mission einen sucht.
Lizenz zum Eintauchen
Die Atmosphäre ist, als wäre man selbst Hauptdarsteller in einem von Hollywood produzierten Agentenfilm mit cleveren Schnitten für verständliche Gebietswechsel. Ganz so, als würde man einen Film schauen und nicht spielen.
Von luxuriösen Schauplätzen bis hin zu gefährlichen Einsätzen rund um den Globus vermittelt 007 First Light genau das Gefühl, das man sich von einem Bond Abenteuer erhofft.
Die Musik orientiert sich klar am klassischen Bond Stil, verpasst dem Ganzen aber ein modernes Tuning. Dadurch entsteht eine Mischung aus vertrautem Agenten Flair und zeitgemäßer Action.
Grafisch präsentiert sich das Spiel äußerst detailreich. Gesichter, Umgebungen und Animationen wirken hochwertig und fügen sich perfekt in die moderne Inszenierung ein. Unterstützt wird das Ganze von einer Soundkulisse, die jede Situation passend begleitet. Ob ruhige Gespräche, spannende Schleichpassagen oder explosive Action Sequenzen, akustisch sitzt fast alles genau dort, wo es hingehört.




Was geil ist und was nervt
Geil sind vor allem die vielfältigen Möglichkeiten, eine Mission anzugehen und abzuschließen. Ob es am Schwierigkeitsgrad liegen mag oder nicht, einige Bewegungen, die ÄUßERST offensichtlich sein sollten, werden erstaunlich großzügig verziehen und nicht direkt mit heftigem Alarm bestraft.
Einige Gadgets lassen sich wunderbar dem eigenen Spielstil anpassen. Egal ob im absoluten Geheimagenten Modus „rein, raus, fertig“ oder eher nach dem Motto „like a Rambo“ rein und alles niederprügeln beziehungsweise über den Haufen ballern. Vieles ist möglich und genau das macht einen großen Teil des Spielspaßes aus.
Hinzu kommt eine wirklich starke Storyline mit gelungenen Twists, actionreichen Höhepunkten und überraschend emotionalen Momenten. Gerade die Entwicklung des jungen Bond lässt sich durch die Geschichte hervorragend verfolgen und sorgt dafür, dass man auch außerhalb der Missionen wissen möchte, wie es weitergeht.
Etwas schade bleibt dagegen das Dialogsystem in 007 First Light. Gespräche bieten zwar verschiedene Antwortmöglichkeiten, führen am Ende aber fast immer zum selben Ergebnis. Dadurch verlieren viele Entscheidungen einen Teil ihrer Bedeutung.
Dazu kommen die bereits erwähnten Kameraprobleme sowie die teilweise etwas versteckten Missionsziele.
Stärken:
- starke Bond Atmosphäre
- viele Freiheiten bei Missionen
- gelungene Story mit guten Twists
Schwächen:
- Kamera verliert gelegentlich die Übersicht
- Missionsziele manchmal unnötig versteckt
- Dialogentscheidungen haben wenig Einfluss




Geschüttelt, nicht gerührt
Wer schon immer einmal selbst in die Rolle von James Bond schlüpfen wollte, bekommt mit 007 First Light genau die passende Gelegenheit dazu.
Besonders Fans von Agentenfilmen, Action Adventures und cineastischen Story Spielen dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Mischung aus Schleichen, Kämpfen, Gadgets und Story sorgt dafür, dass sich das Abenteuer abwechslungsreich anfühlt und über viele Stunden motiviert.
Auch wenn Kamera und Missionsführung hier und da etwas Nachhilfe gebrauchen könnten, bleibt am Ende ein verdammt unterhaltsames Bond Abenteuer übrig, das den berühmtesten Geheimagenten der Welt mehr als würdig auf die aktuelle Spielegeneration bringt.
Weitere Reviews und Eindrücke zu aktuellen Action Abenteuern warten bereits an anderer Stelle.