Deckline Preview (Hochdeutsch)
Deckline
Es gibt ja eh schon kaum noch Sinn für so viel Unendlichkeit uff der Welt. Das Game Deckline denkt sich einfach: „Ach komm, brauch mer net“ – un streicht den Sinn komplett aus em Konzept raus.
1.5
Das Psycho-Horror-Kartenspiel Deckline von Room Games bietet vom Start des Spiels bis hin zum überraschend detailreichen und interaktiven Menü vor allem eines: Orientierungslosigkeit.
Wenn man Geschichte und Tutorial aktiviert, landet man in einem Dialog, den man gleichzeitig versteht und nicht versteht. Während sich die Gedanken im Kreis drehen, sitzt man bereits am Tisch mit seinen Kameraden und versucht überhaupt etwas zu erkennen.
Die flimmernde Grafik macht das Ganze zusätzlich schwieriger. Selbst ohne Photosensibilität wirkt das Dauerflackern anstrengend.
Der Gegenüber versucht gleichzeitig mit demselben wenig sinnvollen Dialog, das Spiel zu erklären.
Wenn man nichts versteht, bleibt auch nichts hängen. Also muss man sich das Kartenspiel im Spiel von einem „Insider“ erklären lassen.


Was macht man?
Im Kern spielt man nichts anderes als Durak.
Auch wenn sich das Spiel mit der Übersetzung schwer tut, ist das Prinzip simpel, sobald man es verstanden hat.
Nachdem die Regeln richtig erklärt wurden, lässt sich gezielt spielen, ohne dauerhaft raten zu müssen.
Durak ist ein einfaches Kartenspiel für zwei bis sechs Spieler. Jeder erhält sechs Karten. Eine offene Karte bestimmt den Trumpf. Trumpf schlägt alle anderen Farben.
Ein Spieler greift an, der nächste muss verteidigen. Dafür braucht er eine höhere Karte derselben Farbe oder eine Trumpfkarte. Wenn das nicht möglich ist, muss er alle Karten nehmen.
Gelingt die Verteidigung, werden die Karten abgelegt. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Alle ziehen wieder Karten nach, bis sie sechs auf der Hand haben.
Das Ziel ist es, alle Karten loszuwerden. Wer am Ende übrig bleibt, verliert und ist der Durak. In diesem Fall werden die Lichter ausgeknipst.
Die besonderen Funktionen wie Lampe und Medikamente funktionieren nur eingeschränkt.
Das Licht macht alles eher dunkler und bringt kaum Vorteile.
Auch die Medikation soll Zittern reduzieren, wobei unklar bleibt, welches Zittern überhaupt gemeint ist.



Technik und Steuerung
Die Steuerung ist simpel und schnell verständlich.
Passend dazu sind keine nennenswerten Bugs aufgefallen.
Ob Licht, das alles dunkler macht, oder wirkungslose Medikamente als Fehler gelten, bleibt Interpretationssache.
Es kann als Designentscheidung gesehen werden oder als problematische Umsetzung.
Atmosphäre und Präsentation
Intro und Menü versprechen mehr, als das Spiel letztlich halten kann.
Die leicht verpixelte Grafik besitzt zwar einen gewissen Retro-Charme, wirkt im Spiel selbst jedoch eher wie ein Rückschritt.
Die Atmosphäre ist vorhanden, bleibt aber eher irritierend als fesselnd.
Stärken und Schwächen
Sobald das Spielprinzip verstanden ist, funktioniert Deckline als Zeitvertreib für kurze Spielrunden.
Gerade für kurze Sessions erfüllt es seinen Zweck.
Störend sind die ständigen Unterbrechungen durch Kriegsgeschehen und ähnliche Effekte.
Diese unterbrechen den Spielfluss und erschweren die Konzentration.
Ob dies beabsichtigt ist, bleibt unklar.
Fazit
Deckline richtet sich an Spieler, die ungewöhnliche und bewusst verwirrende Konzepte mögen.
Wer klare Strukturen und einen direkten Einstieg erwartet, wird hier eher enttäuscht.
Nach einer gewissen Eingewöhnung bleibt ein simples Kartenspiel, das für kurze Sessions funktioniert, aber darüber hinaus wenig bietet.
Stärken
- einfaches Grundprinzip nach kurzer
- Eingewöhnung gut für kurze Spielrunden
- geeignet ungewöhnlicher Ansatz
Schwächen
- sehr verwirrender Einstieg
- unklare Erklärung und schwaches Tutorial
- Features wie Licht und Medikamente ohne erkennbaren Nutzen
- Atmosphäre eher irritierend als fesselnd
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