Little Nightmares III knüpft genau dort an, wo die Vorgänger aufgehört haben, und geht noch einen Schritt weiter. Auch dieser Teil lebt von leisem Grusel, traurigem Humor und einer nonverbalen Erzählweise, die mehr ausdrückt als jeder gesprochene Satz. Bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass es sich um kein Spiel handelt, das man nebenbei konsumiert. Es verlangt Aufmerksamkeit – und erhält sie auch.
Dieses Mal begleiten wir Low und Alone, zwei Freunde, die versuchen, einen Weg aus dem Nirgendwo zu finden. Ob im Koop zu zweit oder solo mit KI, das Zusammenspiel fühlt sich stimmig an und unterstützt die Geschichte, ohne sich aufzudrängen. Die Reise führt durch eine von einer riesigen Baby Puppe terrorisierte Stadt, weiter durch albtraumhafte Bürokomplexe voller Akten und endloser Gänge, bis hin zu einem Zirkus bei Nacht. Spätestens dort ist klar, dass es hier alles andere als fröhlich zugeht.
Die Spielwelt ist düster, bedrückend und zugleich faszinierend. Grafik und Musik greifen perfekt ineinander und erzeugen diese typische, bittersüße Gruselatmosphäre, für die die Reihe bekannt ist. Die Gegner sind widerlich charmant gestaltet, und jede Begegnung sorgt für spürbare Anspannung. Besonders die Schleichpassagen und Fluchtsequenzen sind intensiv. Man ist erleichtert, wenn sie vorbei sind, und dennoch sofort wieder gefordert.









Es gibt Momente, in denen sich Fehlschläge etwas willkürlich anfühlen. Manche Fehler werden schneller ausgelöst als erwartet oder wirken zunächst unverständlich. Dennoch entsteht kaum Frust. Stattdessen motiviert das Spiel dazu, es erneut zu versuchen, um die Geschichte weiter voranzubringen.
Mit fortschreitendem Spielverlauf wird die Verbindung zwischen Low und Alone immer klarer. Die Geschichte entfaltet sich leise, unangenehm nah und emotional. Little Nightmares III zeigt erneut, dass Horror nicht laut sein muss, um nachhaltig zu wirken.