Farmer’s Dynasty 2 Review: Echter Suchtfaktor trifft Langeweile

Farmer’s Dynasty 2

Was ist Farmer’s Dynasty 2?

Mit Farmer’s Dynasty 2 bekommen wir tatsächlich ein Spiel, bei dem wir uns in den ersten Minuten fragen, ob wir wirklich hier sein möchten und dann nicht mehr loskommen. Damit scheint UMEO Studios scheinbar etwas richtig gemacht zu haben. In einer kurzen Beta und im aktuellen Early Access durften wir unseren Riechkolben mal in die PC Version reinstecken und kommen nun dank Hass Liebe nicht mehr so wirklich raus. Was wir genau meinen, erklären wir euch jetzt.

Was macht man in Farmer’s Dynasty 2?

In den 1960ern und damit in einer Zeit, als die Gummistiefel noch aus Holz waren, treten wir unser zukünftiges Erbe an. Ein Bauernhof in einem Zustand, der locker als Lost Place durchgehen könnte, gilt es nun von Grund auf zu renovieren, restaurieren, zu desinfizieren und alles, was sonst so dazugehört. Neben dem Renovieren der alten Gebäude bestellen wir unsere Felder und ziehen Tiere groß. Dabei bleibt es aber nicht. Das Spiel zieht sich über mehrere Jahrzehnte und lässt uns unsere eigene Dynastie vom ruhigen Landleben der 60er bis hin zur modernen Landwirtschaft führen.

Maschinen spielen dabei eine große Rolle. Vom alten verrosteten Traktor, der keinen Schatten mehr werfen kann, bis hin zu moderner Hightech Ausrüstung ist alles dabei und genau das sorgt für diesen Fortschrittsgedanken. Gleichzeitig geht es auch ums Wirtschaften. Gebäude renovieren, Höfe aufbauen und im besten Fall gewinnbringend verkaufen gehört genauso dazu wie das Planen unserer nächsten Schritte. Doch egal, was wir machen, es fühlt sich immer nach Fortschritt an.

Das Dorfleben ist ebenfalls ein fester Bestandteil. Wir lernen Nachbarn kennen, helfen bei Problemen, nehmen an Festen teil und bauen uns nach und nach einen Ruf auf. Daraus kann sogar mehr entstehen. Ein bisserl Flirten hier, ein bisserl Kussi Bussi da und schon klingen die Hochzeitsglocken und die Erbschleicher… Ähm Hust der Nachwuchs steht im Raum.

Die Natur spielt ebenfalls ständig mit rein. Die Jahreszeiten wechseln und das Wetter verändert unseren Alltag. Wir müssen uns darauf einstellen und im Frühling säen, im Herbst ernten, im Sommer mit anderen Arbeiten noch mehr ins Schwitzen kommen und im Winter mit Eiszapfen an der Nase warten, bis es wieder besseres Wetter gibt und trotzdem dafür sorgen, dass alles läuft. Dadurch fühlt sich der Alltag nicht einfach abgespult an, sondern verlangt immer wieder Anpassung.

Nebenbei können wir unseren Hof komplett nach unseren Vorstellungen gestalten. Haus, Garten, Tiere, sogar Dinge wie Bienenzucht sind möglich. Am Ende geht es darum, etwas aufzubauen, das bestehen bleibt und genau das wird dann an die nächste Generation weitergegeben.
Ein besonderer Punkt ist, dass wir nicht nur in einer Zeit bleiben. Wir können zwischen verschiedenen Epochen wechseln und jede bringt eigene Möglichkeiten, Werkzeuge und Entwicklungen mit sich. Entscheidungen aus einer Zeit wirken sich auf die nächste aus. Wir schalten neue Technologien frei, öffnen neue Wege und bestimmen selbst, wie sich unsere Dynastie über die Jahre entwickelt.

Wie läuft es technisch?

Wie man es von Betas und Early Access kennt, gibt es hier und da immer mal ein paar Kleinigkeiten, die zwar auffällig sind, aber weniger stören als ein spitzer Stein in unseren Schuhen. So kann es hin und wieder zum Flackern von Details in der Umgebung kommen, die kurz ausfallen, aber das Geschehen null beeinflussen. Der Sound ist stellenweise äußerst eintönig und wirkt an einigen Stellen etwas blechern. Es ist jedoch davon auszugehen, dass solche Bugs und Fehler zum Release wie von den Entwicklern versprochen noch behoben werden.

Wie fühlt es sich an?

Grundlegend fühlt sich Farmer’s Dynasty 2 wie ein Down und gleichzeitig ein Upgrade im Vergleich zum Farming Simulator an. Der Vergleich hinkt zwar deutlich, aber anders lässt es sich kaum beschreiben. Das Downgrade zeigt sich bei Dingen wie Grafik und technischer Raffinesse. Das Upgrade liegt dafür klar in der Nähe zum echten Leben mit Nachbarschaft, Renovierungen, Beziehungen und dem Gründen einer Familie. So langweilig Satisfying das alles auch sein mag, es fesselt uns dennoch an den Bildschirm.

Was ist geil und was nervt?

Die Stärken und Schwächen zeichnen sich in Farmer’s Dynasty 2 von Anfang bis Ende deutlich ab. So realitätsnah die Story sein will, wirken die Charaktere alles andere als lebensecht. Trotzdem steht das dem Reiz, immer weiter Fortschritt zu erzielen, in nichts nach. Der Progress ist in allen Situationen deutlich sichtbar und spürbar.
Der monotone Sound an einigen Stellen kann nervig sein und das verspätete Verschwinden der Hitbox von Gegenständen, nachdem sie schon weg sind, sorgt für Chaos. Wir haben selbst einen Kleiderständer zerlegt und die unsichtbare Hitbox hat uns einfach nicht mehr gehen lassen wollen.

Stärken:

  • klar spürbarer und motivierender Fortschritt
  • langfristiger Aufbau über mehrere Generationen
  • viele Möglichkeiten von Farming bis Dorfleben

Schwächen:

  • steife und wenig lebendige Charaktere
  • stellenweise eintöniger Sound
  • nervige Hitbox Fehler bei Objekten

Für wen ist Farmer’s Dynasty 2 geeignet?

Für alle, die auf Bauernhöfe und halbwegs funktionierende Farmer’s Dynasty Simulation stehen, ist das Spiel genau das Richtige. Aus einem kurzen Blick reinschauen wird ganz schnell ein Ach komm, das mach ich noch fix fertig. Egal ob kurzer Abstecher oder komatöse Stunden, Farmer’s Dynasty 2 bietet für Jung und Alt eine solide Alternative zu den großen Triple A Titeln.

Weitere Eindrücke und Reviews zu ähnlichen Spielen warten bereits an anderer Stelle.

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