Hochdeutsche 1:1 Übersetzung
Death Stranding 2: On The Beach - Review
Wer Death Stranding 2 noch immer als Walking Simulator abstempelt, hat absolut net verstande, wie sehr een dieses Spiel emotional packt unn warum ma es einfach nimmeh ausm Kopp kriegt. Selbst Tage später sitzt ma do unn denkt sich widder… „Raindrops are falling on my head…“
4.5
Was ist Death Stranding 2: On The Beach?
Mit Death Stranding 2: On The Beach bekommen wir von Hideo Kojima eine emotionsgeladene Weiterentwicklung eines Spiels voller Action und Abenteuer, das sich, zu unserem Glück, jeglichen Genre Konventionen widersetzt. Seit dem 19. März ist Death Stranding 2: On The Beach nach der PlayStation 5 auch für den PC als normale sowie als Digitale Deluxe Edition erhältlich.
Und NEIN… Man muss den ersten Teil nicht gespielt haben, um zu verstehen, was im zweiten Teil so alles Phase ist. Der Kodex und die Einleitung bereiten uns auf das vor, was kommt, und erklären fix, was bisher geschah.
Was macht man im Spiel?
Elf Monate nach dem Ende von Death Stranding begeben wir uns als Sam und seinen Gefährten erneut auf einen langen und steinigen Weg, die Menschheit vor ihrer vollständigen Auslöschung zu bewahren. Doch je weiter wir uns bewegen und versuchen, das Chirale Netzwerk auszubauen, desto mehr stellt sich die Frage, ob dieser Weg überhaupt der Richtige ist. Denn jeder weitere Schritt nach vorne löst mehr Katastrophen aus als der davor.
Doch voller Hoffnung und mit einem klaren Ziel vor Augen arbeiten wir uns in Death Stranding 2: On The Beach Schritt für Schritt durch zahllose Gebiete mit unterschiedlichen Biomen, die nahtlos ineinander übergehen. Tag Nacht Zyklen, Zeitregen und Naturkatastrophen funken uns dabei regelmäßig dazwischen. Trotzdem hindert uns nichts daran, unserem Ruf als „der beste Bote“ gerecht zu werden und sämtliche Ressourcen, Pakete, Tiere und mehr von A nach B, von B nach C und wieder zurückzubringen.






Reißende Flüsse und steile Berge sind dabei längst nicht alles, was uns aufhält. Unheimliche GDs, rätselhafte Mech Soldaten und weitere penetrante Feinde kreuzen unseren Weg. Viele Konfrontationen lassen sich umgehen, wenn wir es wollen. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, komplett im Tarnmodus mit Fernkampfwaffen aus dem Hinterhalt zu agieren oder mit Ködergranaten und Kletterseil einen kompletten Assassinen Streifzug hinzulegen. Wer eher zur Fraktion „einfach drauf“ gehört, bekommt ebenfalls genug Werkzeuge, um einen eigenen Kleinkrieg loszutreten. Bei Bossen sieht das Ganze allerdings anders aus, denn hier braucht es deutlich mehr Planung bei Waffen und Ressourcen, als man zunächst denkt.
Jede Entscheidung bringt in Death Stranding 2 Fortschritt. Mit jedem Auftrag, jedem Kill und jeder Aktion steigern wir unsere Stats, die Botenklasse, APAS Verbesserungen und unseren Rang bei Auftraggebern. Fähigkeiten werden erweitert, Ressourcen ausgebaut und neue Ausrüstung freigeschaltet. Während wir liefern, bauen wir uns gleichzeitig Stück für Stück unseren eigenen Weg durch diese Welt. Dinge entstehen nicht einfach, sie wachsen, weil wir sie brauchen. Und genau da wird aus einem simplen Auftrag schnell mehr als nur „geh von A nach B“.


Wir beginnen umzudenken, planen Routen bewusster, nehmen Umwege gezielt in Kauf oder erschaffen Verbindungen, die später plötzlich enorm wertvoll werden. Anfangs schleppen wir noch alles selbst und kämpfen uns Meter für Meter vorwärts. Später fühlt sich Bewegung ganz anders an. Schneller, flüssiger und kontrollierter. Genau das sorgt dafür, dass sich der Loop ständig frisch anfühlt, obwohl wir im Kern immer noch liefern.
Auch die Vorbereitung bekommt mit der Zeit ein ganz anderes Gewicht. Wir überlegen, was wir mitnehmen, wie wir unsere Ladung sichern und ob wir bereit sind für das, was kommt. Und genau hier merkt man, wie sehr uns das Spiel langsam reinzieht, ohne sich aufzudrängen.
Immer wieder gibt es Momente, die uns zwingen umzudenken, spontan zu reagieren oder bewusst einen anderen Weg zu wählen. Ob wir uns darauf einlassen oder ausweichen, liegt komplett bei uns. Diese Freiheit sorgt dafür, dass sich nichts starr oder vorhersehbar anfühlt.
Am Ende ist es genau dieser Mix, der den Loop so stark macht. Wir liefern, wir planen, wir passen uns an und merken irgendwann gar nicht mehr, wie viel mehr dahintersteckt. Und genau in diesem Moment hat uns das Spiel längst gepackt, ohne dass wir es wirklich kommen gesehen haben.
Wie läuft es technisch?
Die Tastenbelegung wirkt auf den ersten Blick erschlagend, doch in der Praxis greift alles besser ineinander als gedacht. Durch das bewusst entschleunigte Tempo bleibt genug Zeit, um Entscheidungen zu treffen, ohne direkt bestraft zu werden. Nach einer kurzen Eingewöhnung fliegen die Finger über die Tasten, als wäre es nie anders gewesen. Kurzum: Es braucht etwas Zeit, um sich an die Spielmechaniken zu gewöhnen.
Grafisch fordert das Spiel erwartungsgemäß ordentlich Hardware, vor allem wenn parallel gestreamt wird. Dennoch lässt sich Death Stranding 2 auch auf niedrigeren Einstellungen problemlos spielen und sieht dabei immer noch beeindruckend aus.
Wie fühlt es sich an?
Die Atmosphäre ist unabhängig von den Settings absolut stimmig und trägt klar die Handschrift von Hideo Kojima. Selbst mit weniger Grafikleistung bleibt dieses Gefühl konstant präsent. Für uns schwingen in vielen Momenten leichte Metal Gear Solid Vibes mit, die den Stil nochmal unterstreichen.
Die Musik setzt dem Ganzen die Krone auf. Egal ob in Cutscenes oder während des Spielens, sie zieht uns tiefer ins Geschehen. Und genau das sorgt dafür, dass sich bestimmte Tracks im Kopf festsetzen und man Tage später wieder dasitzt und denkt… „Raindrops are falling on my head…“



Was ist geil und was nervt?
Geil ist ganz klar dieses Gesamtpaket, das Death Stranding 2 hier abliefert. Gameplay, Story und Atmosphäre greifen so stark ineinander, dass wir oft gar nicht merken, wie sehr uns das Spiel bereits gepackt hat. Jede Lieferung fühlt sich bedeutend an und die Freiheit im Umgang mit Situationen sorgt dafür, dass nichts erzwungen wirkt.
Auch das unterschwellige Zusammenspiel mit anderen Spielern hebt das Erlebnis auf ein anderes Level. Wir sind alleine unterwegs, aber nie wirklich allein. Genau dieses Gefühl bleibt hängen.
Was nervt, ist das, was man schon kennt. Der Einstieg braucht Zeit und nimmt uns nicht an die Hand. Wer sich darauf nicht einlässt, wird schnell ausgebremst. Einige Passagen spielen sich bewusst langsamer, was nicht für jeden funktioniert. Dazu kommt, dass die Hardware je nach Setup zur kleinen Baustelle werden kann, wenn man wirklich alles ausreizen will.
Stärken
- Intensive Storyline mit Trigger-Gefahr
- extrem starker Gameplay Story Atmosphäre Mix
- hohe spielerische Freiheit bei jedem Ansatz
- motivierender und durchdachter Progress
Schwächen
- langsamer und fordernder Einstieg
- bewusst entschleunigtes Gameplay nicht für jeden
- hohe Hardwareanforderungen bei maximalen Settings
Für wen ist das Spiel geeignet?
Death Stranding 2 ist kein Spiel für jeden und genau das ist auch gut so. Wer schnelle Action, stumpfes Geballer und sofortige Belohnung sucht, wird hier nicht lange dranbleiben.
Für alle, die sich auf diese Welt einlassen wollen, bereit sind, sich treiben zu lassen und auch mal einen Gang runterzuschalten, wartet hier ein verdammt starkes Erlebnis. Wir bekommen kein klassisches Spiel, sondern eine Reise, die uns mitnimmt, beschäftigt und noch lange im Kopf bleibt.
Unterm Strich ist Death Stranding 2 genau das, was wir uns erhofft haben. Eine Weiterentwicklung, die sich treu bleibt, mehr Möglichkeiten bietet und uns gleichzeitig wieder genau dieses Gefühl gibt, das man so schnell nicht vergisst.
Weitere Eindrücke und Reviews zu spannenden Titeln warten bereits an anderer Stelle.