Hochdeutsche 1:1 Übersetzung
Da ich Medieval Dynasty mit viel Glück, Geduld und vermutlich auch mit dem Wohlwollen der Götter erst gegen Ende des Jahres beenden werde, schreibe ich jetzt schon meine ersten Eindrücke nach ungefähr sechzig bis siebzig Spielstunden.
Wie die minimalistisch weinerliche Einleitung bereits verrät, ist Medieval Dynasty ein absolutes Langzeitprojekt – und das, obwohl man im Mittelalter nicht gerade für ein hohes Lebensalter bekannt war. Mal sehen, wie realistisch das Spiel das noch ausspielt. Als junger Mann startet man auf einer Lichtung mitten im Nirgendwo, folgt dem Weg ins nächste Dorf und erfährt etwas über seine Verwandtschaft. Die dramatische Vergangenheit ist jedoch schnell vergessen und spielt bisher kaum noch eine Rolle. Vielleicht ändert sich das später noch.
Beim ersten Gespräch mit dem Dorfvorsteher wird schnell klar: Hier geht es nicht um Familientherapie, sondern um den Aufbau einer eigenen Existenz. Ohne Gaming-Setup, ohne Livestream und ohne Follower, dafür mit eigener Hütte, viel Holz, endlosem Bauen und einer wachsenden Dorfgemeinschaft.
Im Kern bewegt man sich zwischen Bauen, Jagen, Sammeln, Überleben und dem Erledigen von Quests. Neben der Hauptgeschichte rund um den Onkel gibt es zahlreiche Nebenquests und Aufträge, die sich zwar teilweise wiederholen, sich aber sinnvoll anfühlen. Alles wirkt erarbeitet. Man fällt Bäume, verarbeitet das Holz, stellt Bretter oder Brennholz her und baut daraus Häuser oder andere Gebäude. Nichts passiert ohne Arbeit und Planung.
Jede Tätigkeit bringt Erfahrungspunkte in eigenen Skillbäumen. Jagen, Sammeln, Bauen, Reden und Herstellen verbessern die eigenen Fähigkeiten. Mit mehr Punkten und Geld lassen sich bessere Werkzeuge, stabilere Gebäude und stärkere Waffen herstellen.
Nicht alles ist perfekt. Tierbewegungen und NPC-Animationen wirken teilweise steif. Dennoch wirkt die Welt stimmig und relativ authentisch. Die Musik passt sich der Umgebung an, wird bei Gefahr dramatisch und sorgt für Atmosphäre. Einige Geräusche sind etwas überzogen, während eine vollständige Sprachausgabe fehlt. Dafür sorgen die wenigen vertonten Stellen mit Zitaten aus Spielen, Filmen und Animes für humorvolle Insider, die aufmerksame Spieler sofort erkennen.